E-Marketing: Trends und strategische Heraus­forderungen für CIOs


Der Trend hin zu digitalen Kommunikationskänalen hält weiter an. Werbegelder fliessen von Offline- hin zu Online­medien. Dies mit gutem Grund: denn in keinem anderen Medium sind Resultate so kostengünstig messbar und entsprechende Optimierungsmassnahmen zeitnah möglich.

Die fortschreitende Digitalisierung von Marketing- und Werbemassnahmen konfrontiert auch CIOs mit neuen Herausforderungen. Viele E-Marketing-Massnahmen lassen sich in kurzen Zyklen aufschalten, messen und optimieren. Einige zurzeit oft diskutierte Vorhaben hingegen, wie Social Media, Mobile Internet und E-Commerce, bedingen eine strategische Infrastruktur, die nicht von heute auf morgen etabliert werden kann. Der CIO ist hier also gefordert, die zukünftigen Ent­wicklungen frühzeitig zu antizipieren, um die nötigen Grundlagen rechtzeitig bereitzustellen. Nachfolgend werden diese drei zentralen E-Marketing-Trends und die davon abgelei­teten Anforderungen an die IT-Landschaft eines zukunftsorientierten Unternehmens skizziert.

1. Potenzial von Social Media ausnutzen

Social-Media-Plattformen verzeichnen nach wie vor enormen Zuwachs. Facebook beispielsweise zählt aktuell über zwei Millionen registrierte Schweizer User. Diese Potenziale wollen genutzt und bei der Planung und Umsetzung von Marketing-und Kommunikationsmassnahmen berücksichtigt werden. Es können drei Themen mit zu­nehmender IT-Relevanz im Bereich Social Media identifiziert werden: Brandmonitoring, CRM & Customer-Service und dezentrale Präsenzen.

Brandmonitoring: der Community zuhören

Im Netz wird viel diskutiert – fast über jedes Unternehmen und jede Marke. Gerade
bei grösseren und/oder international tätigen Firmen lohnt es sich, hier genauer hinzu­hören, um die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen von Kunden frühzeitig zu erkennen. Spezielle Tools helfen dabei, den Diskussionen im Netz zu folgen, Opinion Leaders zu identifizieren, wenn nötig mitzureden und die Wirksamkeit der Engagements im Social Web zu erfassen.
Eine Reihe von spannenden Plattformen wie Radian6, Sysomos oder Meltwater Buzz stehen für diese Aufgabe zur Verfügung – im Rahmen eines Pilotprojekts können Tools verglichen, erste Erfahrungen gesammelt, eine fundier­te Entscheidung getroffen und nötige organisatorische Grundsätze diskutiert werden.

CRM und Customer-Service
Social Web ist ein zusätzlicher Kundenkontakt-Kanal, der analog zum Telefon oder E-Mail bedient werden will. Insbesondere Twitter etabliert sich mehr und mehr zu einem wichtigen Sales-und Customer-Service-Instrument. Eine saubere Überführung von sol­chen Kontakten in ein bestehendes Lead, Issue oder Customer Relationship Management ist Voraussetzung für eine nachhaltige Customer-Kundenbindung.

Dezentrale Präsenzen: plattformgerecht kommunizieren
Trotz rasantem Wachstum sozialer Plattformen bleibt die eigene Unternehmenswebseite ein zentrales Kom­munikationsinstrument. Eine Platzierung ihrer Inhalte und Funktionen auf Social-Media-Plattformen ist den­noch angebracht. Geeignete Tools und Architekturen helfen dabei, mit minimalem Aufwand die Inhalte und Services auf diesen Plattformen verfügbar zu machen. Die Inhaltspublikation kann dabei voll-oder halbauto­matisch erfolgen – entscheidend dabei: sie muss ziel­gruppen-und plattformgerecht erfolgen. Sogenannte
dezentrale Präsenzen entsprechen nicht nur den Kun­denwünschen, sondern verbessern auch die eigenen Suchmaschinenplatzierungen.

2. Mobile Devices: das Internet wird mobil

Dank Smartphones, neuen Übertragungstechnologien und sinkenden Preisen werden User zukünftig immer und überall online sein. Gartner, Google und andere zukunftsori­entierte Unternehmen prophezeien, dass webfähige Handys bezüglich Internetnutzung bereits in wenigen Jahren wichtiger als Computer werden. Bereits heute sollte mit der Planung einer flexiblen und einheitlichen Plattform-, Informations-und Servicearchi­tektur begonnen werden, die eine Bedienung beider Kanäle für den Kundenkontakt, aber auch unter Mitarbeitern, leisten kann.

3. Direktverkauf: E-Commerce und Performance-Marketing werden wichtiger

Onlineshopping wird im B2C, aber auch B2B beliebter und die Absatzwege werden immer direkter. Immer mehr Unternehmen werden ihre Produkte im Web anbieten wollen, was einerseits eine mittelfristige Integration von multimedialen Produkt-und Kundendaten bedingt. Andererseits wird der Kampf um den Kunden online immer an­spruchsvoller. Nur wer von der Offsite-Bewerbung (Adserving) des Angebots bis zur Be­stellung die ganze Transaktionskette messen (inklusive Path-to-Conversion-Tracking) und steuern kann, setzt den Werbe-und Shop-Invest-Franken optimal ein und wird zu den Gewinnern gehören.

Bereits heute an morgen denken
Projekte in den angesprochenen Bereichen zeigen, dass Veränderungen und Imple­mentierungen neuer Tools meist einige Zeit beanspruchen. Vor allem dann, wenn unterschiedliche Abteilungen eingebunden sind. Innovatives Denken und eigene Er­fahrungen mit neuartigen Tools und Messsystemen helfen, Know-how aufzubauen. Wer heute bereits an morgen denkt, verschafft sich einen entscheidenden Wettbe­werbsvorteil.

Zum Originaldokument aus M&K 04/10
*orange8 heisst seit dem 5. Oktober 2010 Goldbach Interactive und ist Teil der Goldbach Group
Autor: Bramwell Kaltenrieder
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