Flumserberg: Tagesaktuelle Information zu Schnee und Wetter



1 Flumserberg

Mit 65 Kilometern Piste und 16 Transportbahnen ist der Flumserberg insbesondere im Winter ein beliebtes Ausflugsziel für Personen aus der Agglomeration Zürich. Die Bergbahnen erzielen 95% ihres Umsatzes im Winter. Die meisten Besucher des Flumserbergs sind Tages- oder Kurzaufenthalter. Dies ist vor allem auch aus den Ticket-Statistiken erkennbar: Rund 50% der Tickets sind Tageskarten. Die andere Hälfte sind Mehrtages- oder Saisonkarten.
«Wir wollen unseren Besuchern im Internet alle Informationen an einem Ort zur Verfügung stellen.»René Zimmermann, Bergbahnen Flumserberg AG
Mit seiner speziellen Wetterlage ist der Flumserberg ein sehr schneesicheres Gebiet im Winter. Flumserberg eröffnet regelmässig als erstes Nicht-Gletscher-Gebiet die Wintersaison. Der Flumserberg zeichnet sich durch ein breites Angebot aus: eine Skischule, ein reichhaltiges Hotellerieangebot, gute Infrastruktur (Ski-Vermietung, erste achter Sesselbahn in der Schweiz, mehrere Snow-Parks, Kinderparks etc.) sowie verschiedene Specials wie Kinderbetreuung etc.

Die Region Flumserberg will ihren Kunden dieses breite Angebot an einem Ort im Internet verfügbar machen. Zu diesem Zweck haben sie mit orange8 interactive ag einen neuen Webauftritt realisiert, der sämtliche Informationen der beteiligten Partner (Skischulen, Bergbahnen, Tourisikvereint etc.) integriert. Eine besondere Herausforderung war die Einbindung der bestehenden Informationssysteme, damit Daten nicht redundant gepflegt werden müssen.

2 Alles auf einen Blick

Mit der neuen Website verfolgt Flumserberg drei Ziele:
  • Stärkung der Identität von Flumserberg
  • Tagesaktuelle Information für den Gast
  • Integration aller Informationen über das Ausflugsgebiet an einem Ort
Bis vor einem Jahr, war der Online-Auftritt von Flumserberg Teil der Website der Ferienregion Heidiland – einer von Schweiz Tourismus lancierten Initiative. Die Informationen, die Flumserberg darüber veröffentlichen konnte, waren sehr beschränkt. Zudem war dieser Auftritt sehr träge, weil Flumserberg Aktualisierungen nicht selber sondern nur indirekt über Schweiz Tourismus vornehmen konnte. Damit war der Aktualitätsgehalt des Auftritts unbefriedigend. Die Identifikation von Tagestouristen aus der Umgebung geschieht ausserdem mit dem Flumserberg und nicht mit der Destination Heidiland.

Flumserberg entschied sich im Verlaufe des Jahres 2005 deshalb, eigenständiger am Markt aufzutreten. Zum neuen Kommunikationsauftritt gehörte auch eine eigene Website.
Ziel war dabei eine integrale Lösung unter Einbezug aller Partner der Region (Bergbahnen, Gastronomie, Hotels, Touristikverein, Skischule etc.). René Zimmermann meint: „Den Kunden muss es nicht interessieren, wer die einzelnen Anbieter für Transport, Gastronomie etc. in unserer Region sind. Er soll alle Informationen, die er benötigt, um bei uns einen Ausflug zu planen, an einem Ort finden. Deshalb treten wir alle gemeinsam als „Flumserberg“ auf.“ Alle Partner arbeiten mit dem gleichen CI/CD. Dieser integrierte Auftritt nach aussen, bedingte auch intern ein engeres Zusammenrücken der Strukturen und eine enge Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des neuen Webauftritts (vgl. Abbildung 1). Zur Förderung der internen Kommunikation wurde deshalb ein Intranet aufgebaut. Darüber läuft die organisationsübergreifende Koordination und der Austausch von Ideen und Dokumenten.

Abbildung 1: Integriertes Informationsangebot


3 Push und Pull von Wetter- und Schneeverhältnissen

Die entscheidenden Faktoren für einen Besuch am Flumserberg sind einerseits das Wetter und andererseits der Zustand der Pisten. Dies zeigen auch die Webstatistiken des Wintersportortes. Flumserberg hat deshalb sehr viel Wert darauf gelegt, dem Besucher diese Informationen aktuell und über verschiedene Kanäle zur Verfügung zu stellen. Entsprechend bedeutend war die Integration in die bestehenden Systeme, damit Daten nicht redundant gepflegt werden müssen. Bei der Publikation der Wetter- und Schneeinformationen setzt Flumserberg auf Push- und Pull-Mechanismen.

Wetterverhältnisse

MeteoNews erstellt im Auftrag von Flumserberg zwei Mal täglich einen aktuellen Wetterbericht speziell für die Region Flumserberg. Die Lokalprognose zieht die spezielle meteorologische Situation und Föhnlagen mit ein, damit der Kunde einen genauen Lokalwetterbericht erhält. Die Plattform von Flumserberg holt sich zeitlich gesteuert und automatisch die Wetterdaten direkt von MetoNews als XML-Files. Diese werden im Content Management System dargestellt.

Die aktuellen Wetterverhältnisse werden einerseits über die Website von Flumserberg publiziert (Pull). Der Kunde kann den Wetterdienst aber auch per SMS abrufen, indem er eine SMS “flums meteo” an 939 schickt (Pull). Schickt er “start flums meteo” an 939 abonniert er sich auf dem Wetterdienst und erhält täglich 2 SMS-Nachrichten mit dem Lokalwetterbericht (Push).

Schneeverhältnisse

Jeden Morgen um 7.00 Uhr erfasst die zuständige Person bei den Flumserberg Bergbahnen den aktuellen Pistenzustand in der Visiorama Infobase (vgl. Abbildung 3). Dies ist eine medienneutrale Datenbank, hergestellt von der gleichnamigen Firma.


Abbildung 2: Schneeverhältnisse


Die Schneeverhältnisse werden anschliessend auf verschiedensten Plattformen offline und online publiziert. Selbst auf der Website von Flumserberg gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich über die aktuellen Verhältnisse zu informieren:In der interaktiven Pistenkarte: Hier können sich Gäste, die sich nicht oder nur schlecht im Skigebiet auskennen über die Pistenverhältnisse informieren.Mit einer Liste: Diese Liste eignet sich für Pistenkenner, die schauen wollen, ob eine bestimme Piste offen ist.Die interaktive, Flashbasierte Pistenkarte ist ein besonderes Highlight auf der Webseite von Flumserberg (vgl. Abbildung 3). Aus den Daten aus dem Visiorama wird sie täglich aktualisiert, so dass der Besucher sofort sieht, welche Pisten wie befahrbar sind. Auf der Skikarte kann er sich die verschiedenen Routen (Wanderwege, Langlauf, Skitouren, Schlittelwege etc.) anzeigen lassen.
Abbildung 3: Interaktive Pistenkarte


Auch über die Schneeverhältnisse kann sich der Interessent per SMS informieren lassen. Mit dem „Powder Alert“ erhält er eine Nachricht, sobald Neuschnee gefallen ist.

Veranstaltungskalender

Der Touristikverein pflegt seine Veranstaltungen in einer Veranstaltungsdatenbank von Schweiz Tourismus. Daran hat sich auch mit der Einführung des CMS nichts geändert. Über eine XML-Schnittstelle gelangen diese Veranstaltungen ins Content Management System. Lokale Veranstaltungen, die nicht auf Schweiz Tourismus publiziert werden, werden von den Bergbahnen direkt im Content Management System erfasst. Damit können sie über Spezialevents ausführlicher und mit Bildern informieren. Auf der Website merkt der Benutzer jedoch nicht, dass die Veranstaltungsdaten aus zwei unterschiedlichen Quellen stammen. Sie werden integriert in einer Liste dargestellt und können nach Datum und Kategorie durchsucht werden.

4 Dezentrale Pflege der Website

Zur effizienten Pflege der Website entschied sich Flumserberg für den Microsoft Content Management Server. Das Content Management System (CMS) steigert die Wartungsflexibilität für Flumserberg und verursacht keine zusätzlichen externen Kosten bei der Pflege der Inhalte.


«Gemeinsam mit orange8 haben wir es geschafft, dass wir unseren Besuchern mit einem relativ geringen manuellen Aufwand tagesaktuelle Informationen zur Verfügung stellen können.»René Zimmermann, Bergbahnen Flumserberg AG

Die Website von Flumserberg lebt von der Aktualität der Informationen. Damit diese sichergestellt werden kann, wurden zwei Massnahmen ergriffen:

1. Dezentrale Pflege

Für die Pflege der Inhalte sind alle beteiligten Organisationen aus dem Flumserberg beteiligt. Jeder Inhalts-Bereich ist einer Organisation zugeteilt. Die Bergbahnen sind verantwortlich für die Erfassung der Pistenverhältnisse, der Touristikverein beispielsweise für die Pflege des Veranstaltungskalenders. Das einfach zu bedienende webbasierte Administrations-Frontend erlaubt es den Beteiligten, schnell Inhalte zu erstellen und zu pflegen und diese templatebasiert zu publizieren. Die Workflows im CMS ermöglichen die Abbildung von Bewilligungsprozessen der Inhalte. Da das System webbasiert ist, können auch alle Organisationen darauf zugreifen ohne bei sich selber zusätzlich etwas zu installieren.

2. Automatische Integration von Informationen aus bestehenden Datenquellen

Möglichste viele Informationen, die tagesaktuell zur Verfügung gestellt werden, werden automatisch aus bestehenden Systemen in das Content Management System integriert (vgl. Abbildung 4).


Abbildung 4: Automatische Integration von Informationen


5 Nutzen

Der Hauptnutzen des eigenen Webauftritts besteht für Flumserberg in der hundertprozentigen Kontrolle über den Inhalte und das Timing von Veröffentlichungen. Gerade bei so zeitkritischen Informationen wie Wetter- und Schneeverhältnisse profitiert Flumserberg von der kurzen „Time to Market“ der Informationen. Dies steigert die Kundenbindung. Durch die grosse Informationsvielfalt, die Flumserberg auf der Website veröffentlichen kann,konnte sie die telefonischen Einzelanfragen von Besuchern tendenziell reduzieren.

Der Nachteil durch den eigenen Webauftritt ist, dass gewisse Inhalte doppelt erfasst werden müssen, um sie auch über das Portal von Heidiland zu verbreiten. Herr Zimmermann meint jedoch: „Der Nutzen durch die Individualität unseres Auftritts wiegt diesen Mehraufwand deutlich auf.“

6 Lessons Learned

Bei der Evaluation der Lösung und der Erarbeitung des Kommunikationskonzeptes war es erfolgsentscheidend, dass alle Organisationen involviert waren. Im Betrieb ist eine klare Arbeitsteilung zwischen den Organisationen für die Pflege der Inhalte der Schlüssel. Durch die Integration der bestehenden Informationssysteme in das Content Management System konnte der Aufwand für das Lernen von neuen Systemen für die Benutzer relativ minimal gehalten werden. Die Benutzer können weiterhin mit den Instrumenten arbeiten, mit denen sie bisher gearbeitet haben. Die Umstellung beispielsweise der Skischulen geschieht nach der erfolgreichen Einführung schrittweise, dort wo nötig.

Originaldokument aus CNO-Research 2005

*orange8 heisst seit dem 5. Oktober 2010 Goldbach Interactive und ist Teil der Goldbach Group
Autor: Mike Schwede
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